Die Geschichte des Kunststoff

Kunststoffe sind vielseitig einsetzbare Werkstoffe, die erst im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Die Entwicklung ging stetig weiter und immer neue Kunststoffe, die sich auf verschiedenste Art bearbeiten lassen, wurden in die große Werkstofffamilie aufgenommen.

Kunststoff – mehr als nur eine Zufallsentdeckung

Nicht erst seit der Lehre der makromolekularen Stoffe von Herrmann Staudinger, 1922, gehören Kunststoffe mit zu den unentbehrlichsten Stoffen der heutigen Zeit. Mit zu den Meilensteinen in der Geschichte der Kunststoffe zählt auch das Jahr 1838. In diesem Jahr beobachtete Henri Victor Ranault, wie gasförmiges Vinylchlorid unter dem Einfluss von Sonnenlicht zu einem weißen Pulver wird: Polyvinylchlorid oder kurz PVC. Ein Jahr darauf vulkanisiert Charles Goodyear Gummi, präsentiert diese Entdeckung jedoch erst 1851 auf der Londoner Weltausstellung. Die Entwicklung ging stetig weiter und so erfand John Wesley Hyatt 1872 ein plastisches Cellulosenitrat aus Campher und Alkohol. So machte er sich einen Namen als erster erfolgreicher Kunststoffhersteller. 1912 schaffte dann Fritz Glatte die zufällige Entdeckung von PVC aufzuklären und schuf so die Grundlage zur Herstellung dieses Kunststoffs. Viele weitere namhafte Chemiker, Physiker und andere Forscher haben weiter dazu beigetragen, den Kunststoff zu einem der wichtigsten Stoffe unserer Zeit zu entwickeln.

Kunststoffe mit ihren Vor- und Nachteilen

Es gibt heute viele verschiedene Kunststoffe mit verschiedenen Eigenschaften.

Es gibt heute viele verschiedene Kunststoffe mit verschiedenen Eigenschaften.

Kunststoffe bieten viele positive Eigenschaften, aber auch negative Aspekte:

  • Vorteile: gute Formbarkeit, geringes Gewicht, korrosionsbeständig, elektrisch isolierend, guter Wärmedurchlasswiderstand
  • Nachteile: teilweise nicht umweltfreundlich zersetzbar, geringe Wärmewiderstandskraft, hohe Wärmedehnung, elektrostatische Aufladung, kann schnell spröde werden

Gibt es umweltfreundliche Kunststoffe?

Im Laufe der Zeit wurden neben den Elastomeren, Duromeren und Thermoplasten Sorten entwickelt, die als “Bio”-Kunststoff bezeichnet werden. Diese Bezeichnung ist jedoch nur bedingt richtig, da diese Kunststoffsorten aus natürlichen Mineralien hergestellt werden. Vor allem Stärke und Cellulose wird für die Herstellung verwendet. Selbstständig können sich die meisten dieser Bio-Kunststoffe jedoch nicht zersetzen, da zur Herstellung für Kunststoff weitere Stoffe, sogenannte Additive, beigemischt werden müssen. Daher sind diese Kunststoffe auch eine Belastung für die Umwelt. Dennoch gibt es auch Kunststoff, der sich im Laufe der Zeit durch Sonneneinstrahlung, Regen oder Mikroorganismen zersetzen. Dies sind bis dato jedoch nur wenige Sorten. Vorrangig werden sie als Verpackungsmaterialien eingesetzt, denn hier kommen diese Eigenschaften besonders zum Tragen.

Kunststoff – unentbehrlich und so vielseitig

Die Entdeckung von Kunststoff war zwar eher Zufall, doch heute lässt sich das Material mit seinen unterschiedlichsten Eigenschaften nicht mehr wegdenken. Übliche Kunststoffe sind Polyethylen, Polypropylen, Polycarbonate und Polyamide. Dennoch werden immer neue Formen geschaffen. Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere lassen sich mit Hilfe von verschiedensten Bearbeitungstechniken sowohl zu flexiblen Formen aber auch zu stabilen Varianten herstellen. Dabei bieten Kunststoffe noch weitere Vorteile, wie die Leichtigkeit des Materials oder die elektrische Isolierung. Jedoch wird der Werkstoff in bestimmten Formen schnell spröde und kann sich in manchen Zusammensetzungen nicht zersetzen. Sogenannte Bio-Kunststoffe schonen zwar die Umwelt, jedoch ist der Name irreführend. Die stetige Weiterentwicklung in diesem Bereich soll die Nachteile von Kunststoff deutlich minimieren.

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