Was wäre die Welt ohne Polypropylen?

Der Wasserkocher in der Küche, die Verpackung für den Käse, der flauschige Teppich im Wohnzimmer, der Fahrradhelm, der Joghurtbecher, Trinkhalme, die Kaffeemaschine, Wasserrohre. Die allermeisten von uns benutzen tagtäglich Gegenstände, die aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellt sind. In Australien und Neuseeland sind sogar die Geldscheine aus PP, wie das Material abgekürzt heißt. Und auch in der Medizin werden häufig Produkte aus Polypropylen verwendet, zum Beispiel für Netze, mit denen ein Leistenbruch abgestützt wird.

Multitalent Polypropylen

Polypropylen ist ein ziemlich “junger” Kunststoff. Er wurde 1954 in Italien und etwa zeitgleich bei den Farbwerken Hoechst erstmals hergestellt. Drei Jahre später begann man mit der großtechnischen Produktion. Heute steht PP nach Polyethylen auf dem zweiten Platz der weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe. Weitere häufig genutzte Kunststoffe sind das Polyamid und das Polycarbonat. Die häufige Nutzung von Polypropylen ist kein Wunder, denn es besitzt eine Reihe sehr nützlicher Eigenschaften:

Ein Joghurtbecher aus Polypropylen.

Ein Joghurtbecher aus Polypropylen.

Polypropylen hat gute mechanische Eigenschaften: Es ist fest und stabil und kann hohe Temperaturen verkraften. Mineralische Füllstoffe wie Talkum oder Glasfasern verbessern diese Eigenschaften noch. PP ist gegenüber fast allen gängigen Lösungsmitteln und Chemikalien beständig. Es ist geruchlos, hautverträglich und enthält keine Weichmacher. Damit lässt es sich für Lebensmittel und im medizinischen Bereich einsetzen. Sitzbezüge, Kleidung oder Teppiche aus Polypropylen sind feuchtigkeitsabweisend. Die Fasern sind sehr weich und laden sich kaum elektrostatisch auf. Die Stoffe sind außerdem farbecht, strapazierfähig und für Allergiker geeignet. Polypropylen gehört zu den Thermoplasten. Das sind Kunststoffe, die durch Hitze verflüssigt und deshalb immer wieder neu geformt werden können. Es ist also recyclebar und damit umweltfreundlich. Außerdem ist der Kunststoff günstig in der Herstellung und man kann ihn auf sehr vielfältige Weise verarbeiten.

Lebensmittelecht und umweltfreundlich

Aus unserem Alltag ist Polypropylen kaum wegzudenken. Da ist es gut zu wissen, dass der Kunststoff wiederverwendet werden kann und nicht als unverrottbarer Abfall auf der Müllhalde landet. Wie über andere Kunststoffe auch, geistern über PP gelegentlich Berichte durch die Presse, das Material sei möglicherweise problematisch. Schädlich oder sogar giftig können allenfalls Zusatzstoffe im Polypropylen sein. In der EU gelten jedoch für alle Gegenstände, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, strenge Richtlinien.

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